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Fachartikel Affiliate-Marketing

Teil 2 von 4

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Partnerprogrammen:
  1. Pay per click: Der Partnerprogrammbetreiber (Merchant) zahlt den Partnern (Affiliates) für jeden Klick auf ein Werbemittel, das der Partner auf seiner Seite oder in seinem Newsletter eingebunden hat, einen festen Betrag.
    Klickprovisionen liegen in der Regel zwischen 2 und 10 Eurocent.
     
  2. Pey per lead: Der Merchant zahlt den Affiliates für jede definierte Aktion, die ein vom Affiliate geworbener Besucher auf seiner Seite ausführt, einen festen Betrag.
    Eine Aktion kann beispielsweise die Anforderung weiterer Informationen, das Ausfüllen eines Callback-Formulars, die Bestellung eines Newsletters, die Teilnahme an einem Gewinnspiel oder die Registrierung für eine kostenfreie Mitgliedschaft sein.
    Leadprovisionen liegen in der Regel zwischen 0,25 und 25 Euro.
     
  3. Pay per sale: Der Merchant zahlt den Affiliates für jede Transaktion, die ein vom Affiliate geworbener Besucher tätigt, eine prozentuale Provision oder einen festen Betrag.
    Eine Transaktion kann der Kauf von Produkten ebenso sein, wie etwa die Beantragung einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft, der kostenpflichtige Abruf von Informationen oder die Inanspruchnahme einer Dienstleistung.
    Die prozentualen Saleprovisionen varieren in Abhängigkeit des Angebotstypus und liegen in der Regel zwischen 5% (Computer, Kleidung, Bücher usw.) und bis zu 70% (internetbasierte, automatisierte Dienstleistungen, E-books usw.).
Eine häufig gewählte Mischform sind Klicksale-Programme, bei denen der Merchant seinen Partnern sowohl eine geringe Vergütung für Klicks zahlt, als auch eine Provision für jede Transaktion.
Klick-Programme werden immer seltener angeboten, da der administrative Aufwand nicht zuletzt durch Betrugsfälle seitens der Affiliates in den letzten Jahren stark zugenommen hat.

Die Vorteile des Affiliate-Marketings für beide Seiten liegen jedenfalls auf der Hand:

Der Merchant erhält zunächst kostenfrei breiten Zugang zu seiner Zielgruppe und zahlt nur für Resultate. Der Affiliate hingegen erhält eine sehr interessante Möglichkeit, mit seinen Besuchern Geld zu verdienen, ohne in den Aufbau und Betrieb eines eigenen Geschäfts investieren zu müssen.

Praxistipps für Affiliates

Registrieren Sie sich kostenlos für das Partnerprogramm von Corey Rudl, dem Autor unserer neuen E-Marketing-Kolumne.
Corey ist ein Musterbeispiel eines Programmbetreibers. Er gibt seinen Affiliates eine ganze Reihe wertvoller Ratschläge an die Hand, mit denen sie genauso erfolgreich werden können, wie die besten seiner über 60.000 Affiliates.

Melden Sie sich an und schauen Sie sich im Partnerbereich den Abschnitt "Super-Affiliate Secrets" an.

Auch wenn Sie den Aufbau eines Partnerprogramms in Erwägung ziehen, finden Sie hier Anregungen, wie Sie Ihre Affiliates optimal unterstützen können.

Der technische Aufbau eines Partnerprogramms

Wenn Sie ein eigenes Partnerprogramm starten wollen, gibt es vieles abzuwägen und zu beachten. Gehen Sie daher sehr gründlich vor.

Eine der ersten Fragen ist die, ob Sie das Programm auch technisch selbst aufsetzen oder auf bestehende Lösungen zurückgreifen möchten:
Wenn Sie über Programmierer verfügen, spricht grundsätzlich nichts gegen die Entwicklung einer eigenen Lösung. Evaluieren Sie im Vorfeld aber gründlich, welche Funktionen diese Lösung haben muss und überlegen Sie genau, ob der ganze Aufwand gerechtfertigt ist, angesichts der Tatsache, dass es professionelle Lösungen von der Stange gibt, die mit vergleichsweise wenig Aufwand an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können.

Eine Übersicht entsprechender Software finden Sie auf der bereits oben genannten Webseite von Claus Lehmann und im ebenfalls bereits oben genannten E-book von Stefan Rüttinger.
In beiden Übersichten fehlt allerdings eine der "ältesten" und mithin weitest entwickelten Lösungen: AssocTrac. Drei Leistungsmerkmale von AssocTrac gefallen mir persönlich besonders gut: Es unterstützt zweistufige Provisionen (Affiliates werben Affiliates), es verwaltet so genannte Lifetime Commissions (lebenslange Provisionen) und es kann auch Fax- und Hotline-Bestellungen zuverlässig tracken.

So viel zu gekaufter Software und ASP-Lösungen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit so genannten Netzwerken. Diese Anbieter verfügen nicht nur über hoch entwickelte Software, sondern auch über eine hohe Anzahl aktiver Affiliates, die regelmäßig über neue Partnerprogramme informiert werden.

Die Vorteile sind, dass Sie unmittelbar auf eine ausgefeilte Softwarelösung zurückgreifen können, sich nicht selbst um die Auszahlung der Affiliates kümmern müssen und dass sich die bei dem Netzwerkbetreiber bereits registrierten Affiliates sehr unkompliziert für Ihr Programm anmelden können.
Einige Netzwerkbetreiber bemühen sich darüber hinaus aktiv darum, Affiliates für Ihr Paretnerprogramm zu gewinnen.

Wo ist der Haken? Die Nachteile sind langfristig gesehen zunächst finanzieller Natur: Netzwerkbetreiber verlangen in der Regel zusätzlich 30% von den an Affiliates ausgeschütteten Provisionen. Das bedeutet, dass wenn ein Affiliate 10 Euro Saleprovision verdient hat, Sie effektiv 13 Euro zahlen müssen.
Klingt nicht allzu viel – bei monatlichen Auszahlungen um 10.000 Euro, die bei größeren Betreibern schnell zusammen kommen können, sind das aber schon 3.000 Euro extra und spätestens auf ein Jahr gerechnet wäre selbst eine umfassende Eigenentwicklung wohl günstiger gewesen.
Darüber hinaus bieten die Netzwerke meist nur eingeschränkte Optionen in der konditionellen Gestaltung eines Partnerprogramms. Lifetime-Commisions oder mehrstufige Provisionsmodelle (mehr dazu später) werden in der Regel nicht unterstützt.

Wägen Sie die Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Die Tatsache, dass sich viele auch der großen Unternehmen, wie etwa Arcor, Dell, Deutsche Telecom, Karstadt, Tschibo, Quelle und jüngst auch Neckermann für eine Zusammenarbeit mit Netzwerkbetreibern entschieden haben, mag ein Hinweis darauf sein, dass es keine pauschale Antwort gibt.

Übersicht Netzwerkbetreiber

Der Markt der Netzwerkbetreiber ist relativ unüberschaubar. Etwa 12 in Deutschland aktive Anbieter sind aktuell nennenswert (alphabetisch sortiert):

Etablierte Anbieter: Neuere Anbieter:

In Teil 3 dieses Artikels erhalten Sie unter anderem Praxistipps für den konzeptionellen Aufbau eines Partnerprogramms und lernen die Kriterien kennen, nach denen Affiliates ein Partnerprogramm beurteilen.

Weiter zum dritten Teil des Artikels
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