Studie über die Textqualität von Online-Shops

Studienziel:
Feststellung der Textqualität, der Zahl der Rechtschreibfehler sowie des Informations-
gehalts der Produktbeschreibungen von deutschsprachigen Online-Shops.

Stichprobe:
Zufalls-Stichprobe von 50 deutschsprachigen Online-Shops, gezogen aus dem Shop-
Verzeichnis von Google.

Durchführungszeitraum:
10.02.03 bis 26.02.03, veröffentlicht am 27.03.03.
 
Zusammenfassung
Diagramm "Fehlerquotient"
Diagramm "Fehlerverteilung auf Sätze"
Diagramm "Textqualität in Schulnoten"
Diagramm "Informationsgehalt in Schulnoten"
Fazit
Über prdienst.de



Eine Veröffentlichung der Studienergebnisse und der Diagramme ist unter (verlinkter) Quellenangabe gestattet. Über einen kurzen Hinweis würden wir uns sehr freuen.

Zusammenfassung

"Qualität ist entscheident." Das verkündet der Onlineshop stickcenter.de auf seiner Webseite. Zumindest bei der Rechtschreibung klaffen Anspruch und Wirklichkeit ganz entscheidend auseinander.
Die Seite stickcenter.de ist kein Einzelfall: Die meisten Texte von Onlineshops weisen gravierende Mängel auf. Das hat unsere Studie eindeutig ergeben.

Erschreckend ist vor allem das Ergebnis der Rechtschreibprüfung: Bei 38 Prozent aller Shops war - in den jeweils untersuchten Textproben - jedes dreißigste Wort falsch. Anders ausgedrückt: Jeder zweite Satz hatte einen mehr oder weniger kapitalen Fehler. Insgesamt überstanden nur drei Webseiten die Prüfung ohne offensichtlichen Makel.

Kaum besser war die Textqualität: Selbst bei großzügiger Bewertung verdienten 30 Prozent der Shops bestenfalls die Schulnote "Vier". Den meisten Seitenbetreibern fiel kaum Kreativeres ein, als die Besucher zum "Stöbern" aufzufordern. Ihren Namen nicht wert sind auch viele der Produktbeschrei- bungen. So erschöpfen sich beispielsweise die Beschreibungen bei dessous.net in Formulierungen wie "wunderschönes Kleid mit langen Ärmeln".

Erstaunlich: Von Ausnahmen abgesehen haben die großen Shops genauso schlecht abgeschnitten wie die kleinen. Da mag der aktuelle Zuwachs im E-Commerce schon fast wundern.

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Lesehilfe: Nur 6% der untersuchten Online-Shops wiesen keinerlei Fehler in den Texten auf.

34 Prozent der untersuchten Shops bilden mit Fehlerquotienten zwischen einem und zwei Prozent die größte Gruppe, 24 Prozent weisen einen Fehlerquotienten von zwei bis drei Prozent auf. Weitere 14 Prozent liegen mit einem Fehlerquotienten von bis zu fünf Prozent sogar noch darüber. Zwei Prozent der Shops konnten nicht bewertet werden, da sie nicht genügend Text für eine Berechnung enthielten.

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Lesehilfe: Bei jedem zehnten Shop enthält etwa jeder Satz wenigstens einen Fehler.

Die Umrechnung des Fehlerquotienten auf Fehler pro Satz veranschaulicht die Dimensionen: Ein Fehlerquotient von "nur" drei Prozent sagt nichts Geringeres aus, als dass in etwa jedem zweiten Satz ein Wort falsch geschrieben ist. Und das trifft auf immerhin 28 Prozent der untersuchten Shops zu. Bei weiteren 34 Prozent der Shops enthält immerhin noch etwa jeder Absatz einen Fehler.
Bei weit über der Hälfte der untersuchten Shops stoßen Konsumenten also auch beim flüchtigen Lesen der Texte zwangsläufig auf Fehler.

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Lesehilfe: 18 Prozent der untersuchten Shops weisen eine gute Textqualität auf.

Da die Bewertung von Textqualität zwangsläufig subjektiv erfolgt, haben wir bewusst nicht höchste Maßstäbe angesetzt. Neben Bewertungskriterien wie Stil und Kreativität bewegte uns auch die Frage, ob die Texte Vertrauen erwecken und zum weiteren Umsehen motivieren können.

Es zeigen sich zwei Cluster: 62 Prozent der untersuchten Texte wiesen eine wenigstens befriedigende Qualität auf, 34 Prozent eine nicht mehr befriedigende Textqualität. Zwei Prozent der untersuchten Shops konnten auch hier nicht bewertet werden, da sie nicht genügend Text enthielten.

Da auch eine befriedigende Textqualität nicht den Ansprüchen an einen professionellen Online-Shop gerecht wird, stellen wir fest, dass Konsumenten bei über 50 Prozent der untersuchten Shops auf unprofessionelle Inhalte stoßen.

Viele Shop-Betreiber scheinen eine Schwäche für sinnfreie Aussagen und gewagte Satzkonstrukte zu haben: So findet etwa haus2001.de, "daß immer im Detail die Lösung zum besonderen ist", während Textilhaus Dieler den Besucher dazu auffordert, "sich ein Bild von unserer Kompetenz in Sachen Textil und Mode und vieles mehr" zu machen. Schön, wenn der Facheinzelhandel auch in vieles mehr kompetent ist.

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Lesehilfe: 14 Prozent der untersuchten Shops verfügen über sehr informative Produktbeschreibungen.

Bei der Bewertung des Informationsgehaltes der Produktbeschreibungen ergibt sich ein etwas homogeneres Bild. Die untersuchten Shops lassen sich in vier Gruppen einteilen:

44 Prozent bieten sehr gute bis gute Produktbeschreibungen
20 Prozent bieten schwankend befriedigende Produktbeschreibungen
22 Prozent bieten ausreichende bis noch ausreichende Produktbeschreibungen
14 Prozent bieten mangelhafte bis ungenügende Produktbeschreibungen

Damit verfehlt auch in dieser Kategorie die Hälfte aller untersuchten Shops eine gute Bewertung.

Ein schönes Beispiel für eine mangelhafte Produktbeschreibung gibt kontaktlinsenland.de mit "Handling Tint 7 % Blau". Galina-Shop verkauft Rosenquarz als "echter Edelstein" und dessous.net verführt seine Kunden mit stimulierenden Beschreibungen á la "wunderschönes Kleid mit langen Ärmeln". Noch Fragen?

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Fazit

Ernüchterndes Resultat unserer Studie ist, dass bei allen drei Bewertungskategorien wenigstens 50 Prozent der untersuchten Shops mit zum Teil erheblichen Mängeln durchfallen.
Die Hälfte der Shops empfängt Besucher mit Texten, die nicht nur langweilig sind, sondern auch etliche Rechtschreibfehler enthalten. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird mit nichts sagenden Produktbeschreibungen belohnt.

Diese Shops verfehlen das Ziel, Interessenten mit guten Inhalten als Kunden zu gewinnen. Shop-Betreiber, die geringen Konversionsraten mit Sonderangeboten und Preisdumping begegnen wollen, täten gut daran, zunächst eine Überarbeitung ihrer Texte ins Auge fassen. Denn Konsumenten akzeptieren bei einem vertrauenswürdigen Anbieter, der umfassend über seine Produkte informiert, auch die marktüblichen Preise.

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Über prdienst.de

prdienst.de ist eine Marke der Kommunikationsagentur Schrader aus Hannover. Die Agentur ist seit 1999 auf strategische Beratung, klassische Pressearbeit und Online-PR für Unternehmen speziali- siert, die bspw. mit Online-Shops, Informationsportalen oder internetbasierten Dienstleistungen wirtschaftlich im Internet aktiv sind.

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